Sabine Stegmeyers Texte

Schräge Science-Fiction Geschichten
Ja, auch einen schrägen Blick in die Zukunft riskiere ich manches Mal. Eine bösartige Familienvision, in der das Gesundheitsministerium die Macht übernommen hat, ist in Ausgabe 4/08 der Literaturzeitschrift Caligo erschienen.
Ja, auch einen schrägen Blick in die Zukunft riskiere ich manches Mal. Eine bösartige Familienvision, in der das Gesundheitsministerium die Macht übernommen hat, ist in Ausgabe 4/08 der Literaturzeitschrift Caligo erschienen.
Hier ein kleiner Auszug:
Fünf Sterne für Martha
„Oma! Du hast schon Feierabend?“
„Ach Liebes, ich hab doch nicht Feierabend.“
„Was machst du dann hier? Bei Mami und mir zu Hause? Gibt es niemand zum Verhaften?“
„Ach herrje Martha, es gibt jede Menge Leute, die wir verhaften müssten. Nur – wir erkennen sie nicht so leicht.“
„Immer raffinierter werden die, nicht wahr?“
„Ja, mein Liebes. Aber woher weißt du das denn?“
„Hab ich in der Schule gelernt.“
Karola Hartmann, Bezirkswachtmeisterin der Sano-Dienststelle Rhein-Main, blickt auf ihre Enkelin, und Stolz leuchtet aus jeder ihrer Falten.
„Ja“, murmelt sie „das sind die Bürger von Morgen, gesunde Menschen auf dem Weg in die Zukunft.“ Und sie beugt sich zu dem kleinen Mädchen hinunter.
„Martha, sag mir – wo ist sie denn?“
„Du meinst Mama, nicht wahr?“, flüstert die Kleine. Karola Hartmann nickt.
...
„Oma! Du hast schon Feierabend?“
„Ach Liebes, ich hab doch nicht Feierabend.“
„Was machst du dann hier? Bei Mami und mir zu Hause? Gibt es niemand zum Verhaften?“
„Ach herrje Martha, es gibt jede Menge Leute, die wir verhaften müssten. Nur – wir erkennen sie nicht so leicht.“
„Immer raffinierter werden die, nicht wahr?“
„Ja, mein Liebes. Aber woher weißt du das denn?“
„Hab ich in der Schule gelernt.“
Karola Hartmann, Bezirkswachtmeisterin der Sano-Dienststelle Rhein-Main, blickt auf ihre Enkelin, und Stolz leuchtet aus jeder ihrer Falten.
„Ja“, murmelt sie „das sind die Bürger von Morgen, gesunde Menschen auf dem Weg in die Zukunft.“ Und sie beugt sich zu dem kleinen Mädchen hinunter.
„Martha, sag mir – wo ist sie denn?“
„Du meinst Mama, nicht wahr?“, flüstert die Kleine. Karola Hartmann nickt.
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Meine Kurzgeschichte "Für unsere Kinder nur das Beste" gehört zu den Gewinnerbeiträgen des Literaturwettbewerbs der Aktion Mensch 2007. Das Thema war:
Utopia – die Welt von Morgen. www.presse.aktion-mensch.de/
Utopia – Für unsere Kinder nur das Beste
>> „Sie wollen Ihr Kind also selbst austragen.“ Drückend wird die Luft im Raum ... <<
Was für eine Ungeheuerlichkeit müssen sich Tribunal und Publikum anhören! Die Erzählerin berichtet fassungslos über den Wunsch ihrer Schwester Ines. Niemand, der einigermaßen bei Verstand ist, würde so etwas Rückständiges tun. Die extrauterinale Schwangerschaft gilt als DIE Errungenschaft – Frauen sind nicht mehr den Unannehmlichkeiten jener Phase ausgesetzt und werden nicht mehr aus dem Arbeitsprozess herausgerissen. Und die Kinder – sie wachsen in viel gesünderer Umgebung auf, können sich später mühelos in die Erziehungseinrichtungen einfügen.
Ines bekommt noch eine Chance. Sie darf das Pränatalzentrum besuchen. Begeistert führt der Wissenschaftler die beiden Schwestern zu einem der dort aufgehobenen Föten; doch während er sich mit unserer Erzählerin über die Wunder der Technik austauscht, nimmt die Geschichte eine tragische Wendung.
Die Schlagworte Wirtschaftlichkeit und Effizienz konsequent in die Zukunft gedacht – das war die Idee für meine Utopia-Geschichte.
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Schräge Geschichten – ja, ich
liebe auch schräge Geschichten; und deshalb schreibe ich gelegentlich
welche. Bösartiges aus einer Frauen-WG ist in Ausgabe 4/07 der Literaturzeitschrift Caligo
erschienen
Caligo – unabhängige Literaturzeitschrift
Hier ein Auszug:
Ein guter Tag zum Sterben
"Ach Annabel ... was steht denn in meinem Horoskop. Lies mal vor", sagte Serafina, klopfte an den Tontopf, lauschte und goss ein wenig Wasser nach.
"Wozu machst du das", brummte Annabel hinter ihrer Zeitung "du hörst ohnehin nicht mehr gut."
Serafina schürzte die Lippen, trat an den nächsten Blumentopf und klopfte, dieses Mal energischer, blinzelte über ihre Lesebrille. Annabel seufzte; wusste sie doch genau, wie Serafinas Gesicht in solchen Momenten aussah, wie sie erst mit verkniffenen Augen über ihre Brille hinweg blickte und dann den Mund zusammenpresste, als würde sie Lippenstift verteilen.
"Serafina, du weißt, das gibt diese kleinen, mürrischen Falten um den Mund, und das möchtest du doch nicht."
"Also, was steht da?"
"Heute ist ein guter Tag zum Sterben."
...
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Ein guter Tag zum Sterben
"Ach Annabel ... was steht denn in meinem Horoskop. Lies mal vor", sagte Serafina, klopfte an den Tontopf, lauschte und goss ein wenig Wasser nach.
"Wozu machst du das", brummte Annabel hinter ihrer Zeitung "du hörst ohnehin nicht mehr gut."
Serafina schürzte die Lippen, trat an den nächsten Blumentopf und klopfte, dieses Mal energischer, blinzelte über ihre Lesebrille. Annabel seufzte; wusste sie doch genau, wie Serafinas Gesicht in solchen Momenten aussah, wie sie erst mit verkniffenen Augen über ihre Brille hinweg blickte und dann den Mund zusammenpresste, als würde sie Lippenstift verteilen.
"Serafina, du weißt, das gibt diese kleinen, mürrischen Falten um den Mund, und das möchtest du doch nicht."
"Also, was steht da?"
"Heute ist ein guter Tag zum Sterben."
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Kurzgeschichten – für mich gehören sie zu den besonders anspruchsvollen Erzählformen. Sie zwingen mich, Überflüssiges zu streichen, das Wesentliche im Auge zu behalten.
In dieser Zeit befinden sich längere Erzählungen und Romane in der Ruhephase, warten auf die Nachbearbeitung. Schließlich gilt auch hier:
In dieser Zeit befinden sich längere Erzählungen und Romane in der Ruhephase, warten auf die Nachbearbeitung. Schließlich gilt auch hier:
Gut Roman will Weile haben
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Sommer 2007, Veröffentlichung meiner Kurzgeschichte "Der Spazierstock im Garten"
in der Anthologie "Philosophischer Garten", Lerato-Verlag
in der Anthologie "Philosophischer Garten", Lerato-Verlag